Wiener Jugendschutzgesetz

Im Folgenden werden die wesentlichen Inhalte des Wiener Jugendgesetzes dargestellt. Dieses Gesetz gibt nur den äußeren Rahmen vor. Letztlich entscheiden die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Sie können die Grenzen enger setzen (nicht weiter) und ganz individuell Regeln diskutieren und vereinbaren. Der Jugendschutz endet mit dem 18. Geburtstag.

Altersnachweis und Ausweispflicht

An sich muss ein Österreicher keinen Ausweis bei sich haben, im Zweifelsfall bist du allerdings verpflichtet, mit einem Lichtbildausweis (Schülerausweis, Personalausweis, Reisepass etc.) dein Alter nachzuweisen. Das gilt vor allem am Abend und in der Nacht, in Lokalen, im Kino aber auch gegenüber der Polizei.

Ausgehen

Der Aufenthalt an allgemein öffentlichen Orten wie zum Beispiel Straßen, Plätzen, in Clubs, im Kino oder bei öffentlichen Veranstaltungen ist altersabhängig, außer du befindest dich in Begleitung einer Aufsichtsperson (die mindestens 18 Jahre alt sein muss).

Wie lange darfst du also ohne Begleitung von zu Hause wegbleiben?

Unter 14 Jahren: kein Aufenthalt an allgemein zugänglichen Orten von 22:00 bis 5:00 Uhr
Unter 16 Jahren: kein Aufenthalt an allgemein zugänglichen Orten von 01:00 bis 05:00 Uhr
Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr kannst du weggehen solange du willst, allerdings können deine Eltern oder andere Erziehungsberechtigte (z. B. in Schülerheimen, Internaten) verlangen, dass du schon früher zu Hause bist als das gesetzlich vorgesehen ist. Erst mit 18 Jahren bist du volljährig und übernimmst selbst die volle Verantwortung für dich.

Besuch öffentlicher Veranstaltungen

Unter 14-Jährige müssen öffentliche Veranstaltungen spätestens um 22:00 Uhr verlassen. Unter 16-Jährige müssen die Veranstaltung um 1:00 Uhr verlassen. Der Besuch so mancher Veranstaltung ist erst ab einem gewissen Alter erlaubt, daran musst du dich halten!

Jugendgefährdende Medien

Medien, Datenträger sowie Gegenstände, die Gewalt verherrlichen, Menschen diskriminieren oder pornografische Darstellungen zeigen, sind für junge Menschen bis 18 Jahren verboten. Hier sind die Erwachsenen (z. B. Gewerbetreibende) gefordert, junge Menschen davor zu schützen.

Verbotene Orte

Unter 18 Jahren ist dir der Aufenthalt in folgenden Räumen und Orten verboten:
Wettbüros, Spielhallen und Casinos
Lokale in denen Prostitution angeboten wird
Swinger-Clubs und Peepshows
Lokale, in denen vorwiegend hochprozentiger Alkohol verkauft wird (sogenannte Brantweinschänken)

Unter 18 Jahren ist dir generell die Teilnahme am Glücksspiel verboten. Dieses Verbot gilt auch für Wetten, für die Benutzung von Spielautomaten und für Glücksspiele im Internet. Bis zu deinem 14. Geburtstag darfst du dich nicht an Orten (z. B. Gaststätten) aufhalten, an denen mehr als zwei Spielapparate aufgestellt sind.

Alkohol und Tabak

Es ist verboten, an Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Tabakwaren und verwandte Erzeugnisse zu verkaufen. Bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ist der Erwerb und Konsum von alkoholischen Getränken an allgemein zugänglichen Orten und bei öffentlichen Veranstaltungen verboten. Die Verkäufer sind verpflichtet, dein Alter zu kontrollieren (Lichtbildausweis mitnehmen). Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ist der Konsum von Alkohol und Tabakwaren in Schulen verboten.

Überprüfungen, Übertretungen und Strafen

Junge Menschen, die …

  • … länger als erlaubt ausbleiben,
  • Lokale und öffentliche Veranstaltungen besuchen, für die sie noch nicht alt genug sind,
  • entgegen den Bestimmungen alkoholische Getränke sowie Tabak erwerben, konsumieren oder weitergeben,
  • jugendgefährdende Filme, Magazine oder Datenträger und dergleichen verwenden, besitzen, erwerben oder an andere Kinder und Jugendliche weitergeben…

    … können von der Behörde zu einem Informations- und Beratungsgespräch geschickt werden oder zu einer Geldstrafe von mehr als € 200,– verpflichtet werden. Polizisten sind berechtigt, Jugendliche zu überprüfen. Sie können alkoholische Getränke, Zigaretten oder jugendgefährdende Gegenstände etc. sofort abnehmen.

    Die Folgen sind nicht ohne

    Wer das Jugendschutzrecht nicht beachtet, muss mit Strafen rechnen. Nicht nur junge Leute müssen sich an die Regeln halten, auch Eltern, Aufsichtspersonen, Gewerbetreibende. Besonders Erwachsene sind dafür verantwortlich, Kinder und Jugendliche zu schützen. Begangene Übertretungen werden daher mit Strafen bis zu € 700,– belegt. Für die Weitergabe von jugendgefährdenden Medien, Alkohol und Tabak mit Gewinnabsicht beträgt die Strafe bis zu € 15.000,-.